150 SMS für ein Halleluja!

Servicewüste Deutschland, heute mit meinem ehemaligen Mobilfunkanbieter und meiner Bank.

Ich habe meinen Mobilfunkvertrag gekündigt. Ich weiss, andere tun das ganz entspannt alle paar Monate, aber ich gehöre nicht dazu. Ich hasse Mobilfunkanbieter, -tarife, und alles, was damit zusammenhängt, mit Hingabe. Mir fehlt jegliche Geduld, mich durch die unübersichtlichen Seiten unzähliger Anbieter zu wühlen und dann noch den “passenden” Tarif zu finden.
Aber es war Zeit für einen Wechsel, denn Minutenpreise von 89 Cent im eigenen Netz und nach 18 Uhr sind einfach nicht zeitgemäß. Also kündigte ich. Artig drei Monate vor Vertragsende, selbstverständlich. In den folgenden Monaten wurde ich locker alle zwei Wochen einmal von wechselnden Mitarbeitern meines Anbieters angerufen. Von Kündigung nicht die Rede, man riefe an, um mir einen tollen, neuen Tarif vorzustellen. Uh, Knackpunkt gefunden! Aber ich wollte nicht bleiben und liess mich nicht beirren. Bis mich eines Tages ein weiterer Mitarbeiter anrief, um mich nach meiner Kündigung zu fragen. Er wollte wissen, ob er mir nicht einen attraktiven, neuen Vertrag vorstellen dürfte. Durfte er nicht. Na, aber, ich sollte doch so nett sein, ihm mitzuteilen, warum ich Anbieter X nicht mehr liebte. Avec Plaisir! Antwortete ich also ganz souverän: Viel zu teuer! Sagt er: Hm, hm. [Klicken, tippen] hm… ja, ich sehe… Ach nee! Sie haben ja 150 SMS geschrieben! Das ist aber ganz schön viel! Sagt der zu mir! Einfach so! Da war ich echt baff. (Übrigens, wenn die Minute ab 89 Cent kostet, weicht man gern auf SMS aus).

Mit meiner Bank hingegen war ich immer sehr zufrieden. Deren Mitarbeiter sind zuvorkommend, serviceorientiert, freundlich. Das Konto kostenlos. Der Knüller! Dann kam der Tag, an dem ich mich exmatrikulierte. Die Bank räumte mir drei gebührenfreie Monate ein. Nett! Im Anschluss versprach man mir einen einjährigen Berufseinsteigerrabatt, in diesem Fall  50% Ermäßigung auf die Kontogebühr. Fand ich dem Service angemessen. Ein paar Monate zogen ins Land, bis mir unerklärlich hohe Abbuchungen auffielen. Zunächst einmal hatten sie die vollständige Gebühr eingesackt. Und obendrauf schlug jeder postalisch versendete Kontoauszug mit sagenhaften 2,90 Euro zu Buche. Zeit, mal nachzufragen. Ich ging zur Bank und holte mir erstmal am Automaten einen Kontoauszug. Kam ein Papier heraus, das mir sagte, ich dürfte das nicht. Die drucken ein Blatt aus, um mir das zu sagen! Dafür hätte ich auch gleich den Kontoauszug haben können! Völlig verwirrt ging ich an den Schalter. Ja, ist klar, ich habe doch online die Kontoauszüge abbestellt. Jetzt krieg ich auch keine mehr am Automaten, noch Fragen? Äh, ja: Warum hat die Bank mir die volle Gebühr berechnet? Guckt die Frau mich an und sagt: Na, die ist doch für Berufseinsteiger – Sie sind aber arbeitslos! Äh, danke, keine weiteren Fragen.

Comments
One Response to “150 SMS für ein Halleluja!”
  1. Jule says:

    hahaha. super.

    mir will man meine schriftliche konto-kuendigung nicht abnehmen, weil meine unterschrift nicht mehr so aussieht wie als ich das konto eroeffnet habe. mit 12.

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