Who’s yer daddy?

Es gibt immer wieder Politiker, die ich hochinspirierend finde. Ich möchte an dieser Stelle KT und Gabriele Pauli für ihr Engagement in Sachen Bürgerbespaßung recht herzlich danken. Sie sind auf gutem Wege, mich den schweren Verlust unseres Ede verschmerzen zu lassen.

Frau Pauli wurde neulich die Ehre zuteil, Thema der überaus empfehlenswerten Seite 3 der Berliner Zeitung zu sein. Im Rahmen dieses Portraits kam auch ihr ehemaliger Kumpane Jürgen Dörfler von der Freien Union zu Wort. Herr Dörfler, den sie später wie eine heiße Kartoffel fallen ließ, schwärmte über die mitreissenden rhetorischen Fähigkeiten seiner ehemaligen Glaubensgenossin:

“Sie musste nur reden, und das hat sie wirklich toll gemacht. Obwohl sie manchmal unsere Themen vergaß und ihr esoterisches Zeug erzählt hat.”

Klingt ja super!

Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz nicht Wilhelm aber Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg (puh!) hingegen ist weniger witzig, aber noch lange nicht uninteressant. Er machte übrigens -exakt 30 Jahre später- sein Abitur am gleichen Gymnasium wie unser Ede. Ob das Zufall ist? Entscheidet selbst.

Eine oberflächliche Internetrecherche gibt zwar keine Auskünfte über vermeintliche Verwandschaftsverhältnisse, zeigt jedoch: Der kleine Karl war schon zu Schulzeiten ein Streber, der sich nachmittags beim Lehrer traf, um extracurricular Altgriechisch zu pauken. Unter anderem. Trotz pubertärer Auflehnung in Form einer einzelnen, gelben Haarsträhne, sagt Papa Enoch über seinen Sohn, dass jener eine “demütige Natur” habe. Für den Senior bedeutet das: Der Bub spielt mit gebrochenem Arm noch Klavier und liegt um neun im Bett. Heute spüre ich nicht viel Demut in seinen vor Selbstbewusstsein überschäumenden Auftritten. Seine Braut hat er übrigens auf der Love Parade schätzen gelernt – sie sei dort das geringste Übel gewesen, sagt er. Nachdem er sein Curriculum Vitae mit Arbeitserfahrung in New York und Deutschland sowie der Geschäftsführung eines mittelständischen Unternehmens* geschmückt hat, hat er nun auch noch -ganz nach Vorbild seines Vorgängers im Amt- die Schirmherrschaft des Stapler Cups übernommen. Ein regelrechter Senkrechtstarter, ein Mann mit Verantwortung!

Interessant auch: Obwohl er inhaltlich durchaus Geschmackssache ist (und zum Verhungern!), würden 36% der Deutschen gern mit ihm den Urlaub verbringen. Damit ist er der präferierte Urlaubsgenosse der Deutschen. Ich führe das auf das inhaltliche Vakuum zurück – da kann man im Urlaub so richtig entspannen! Außerdem wurde er mit 28% der Stimmen in einer (angeblich) repräsentativen Umfrage unter den Ladies zum “sexiest man in politics” gewählt. Stocksteif und pomadig… Ich finde ja, sexy ist anders. Gut sind an Guttenberg für mein Befinden lediglich die ersten drei Buchstaben seines Namens.

* Ein mittelständisches Unternehmen mit zwei Mitarbeitern! Internetquellen zufolge handelt es sich übrigens um die Kapitalverwaltungsgesellschaft des Familienvermögens…

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One Response to “Who’s yer daddy?”
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  1. […] schillernde Figur der Öffentlichkeit ersetzt werden. Deren Austauschbarkeit wurde übrigens an anderer Stelle bewiesen). Die Bayern, das sind ferner die mit dem Weißbier, den Brezn und diesem Augenkrebs […]

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