Going Bananas

Wir alle müssen irgendetwas schaffen, wurde uns beigebracht. Wer nicht regelmäßig von seinem Integrationsbeauftragten zur Audienz gebeten werden möchte, sucht sich lieber schnell eine bezahlte Arbeit. Einen Beruf ausüben, so heisst das korrekt.

Aber was tun? Kirchenkritiker ist kein Beruf, lernen wir aus der Westdeutschen Zeitung. Und der AGG-Hopper ist auch eher Freiberufler mit ungesichertem Einkommen. Model, Sänger, Schauspieler und Moderator lassen wir aufgrund unserer Erkenntnisse mal außen vor: Die einen sind es eben, und die anderen sind Atzen.

Lange habe ich erzählt, ich möchte Schafhirte werden. Wie beschränkt war doch mein Horizont! Ganz offensichtlich hinkt der Beruf des Schafhirten gleich an mehreren Stellen: Allen voran hat man den ganzen Tag mit Schafen zu tun. Nicht, dass dem in anderen Berufen nicht auch so wäre, aber diese hier blöken laut und riechen vermutlich distinguiert. Außerdem sitzt man ständig auf irgendeiner Wiese mitten in der Natur rum – bei jedem Wetter, uuurgh! Wir Stadtkinder vergessen darüber hinaus auch immer wieder, wieviele Viecher da draußen standardmäßig unterwegs sind. So, Insekten. Beissende, stechende, saugende. Thanks but no, thanks!

Glücklicherweise haben sich bereits neue Perspektiven aufgetan, denn durch Zufall stieß ich auf eine Stellenausschreibung, die mich auf einen vermeintlichen Traumberuf aufmerksam machte: Bananenreifer (Phallus, Phallus, Phallus!). Nicht zu verwechseln mit dem Bananenhalter; hier wurde Mensch bereits durch Maschine ersetzt. Wikipedia erklärt: “Es gibt verschiedene Arten von Bananenhaltern. Gängig sind kleine Galgen ähnliche Gestelle…” – ein Bananengalgen! Morbide und zweckmäßig zugleich! Ich bin Fan!

Aber zurück zum Beruf des Bananenreifers. Der Bananenreifer überwacht und steuert den Reifeprozess von grün geernteten und verschifften Bananen im Zielland. Aber halt! Wer (so wie ich) denkt, der Bananenreifer hängt mit ein paar Bananenstauden ab, der irrt: Damit die Bananen ordnungsgemäß reifen, müssen sie in bestimmten Abständen mit Gasen besprüht werden.

Das war’s dann aber auch schon – also doch mit Bananen gammeln? Mitnichten! Deutschlands führender Bananen-Sitter berichtet hier das Gegenteil. Und wieder, Satz mit X!

Wer jetzt immer noch Bananenreifer werden möchte, kann sich hier bewerben. Aber Achtung: Kenntnisse der deutschen UND englischen Sprache sind erwünscht. Ist klar, die Bananen kommen ja aus dem Ausland und sprechen bestimmt kein Deutsch.

Übrigens: Damit auch nichts schief geht, kann man sich in Hamburg sicherheitshalber zum staatlich geprüften Bananenreifer ausbilden lassen. Auch wenn Franco sagt, dass man das nicht lernen kann, sondern Bananen im Blut haben muss!

Ich suche also weiter nach dem Traumberuf schlechthin. Bis dahin ist aber erstmal alles Banane:

Featured Image von Adrian Pingstone in die Public Domain geschenkt. Cool!

Comments
3 Responses to “Going Bananas”
  1. Phölöpp im Inter-Rocitor says:

    SUPER!

    .. ich bin dann mal weg – Bananen beobachten und ggfs. kritisieren! *Los, du Arsch, wachs krumm!!* :D

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  1. […] nicht einer Zukunft als Schafhirte (wir erinnern uns: draussen! Insekten! Natur! Pfui!) oder als Bananenreifer (Chemikalien! Nicht gut für die Pfirsichhaut!) hingeben wollen, muss schnell eine neue Berufung […]

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