Bali: Erkenntnisse vom Ende der Welt

Wie der ein oder andere (gender my ass) weiß, war ich mit dem Bambi auf Bali. Wir haben dort einen wunderbaren Urlaub verbracht und wertvolle neue Erkenntnisse gewonnen.

Zunächst einmal bin ich überzeugt, dass Singapur Airlines das Essen an Bord mit Schlafmitteln anreichert, wenn es denn mal nicht vergiftet ist. “Was, Unfug, Singapur Airlines ist eine der besten Fluggesellschaften der Welt”, werden einige jetzt entsetzt aufschreien. Mitnichten! Auf dem Hinflug haben sie uns vergiftet – wir hatten als einzige “indisch vegetarisch” als Verkostung unserer Wahl bestellt, und wir waren die einzigen, die sich ein paar Stunden darauf im Akkord übergaben. Das Essen war schlecht. Punkt. Leider überkam es uns während leichter Turbulenzen, so dass wir angeschnallt auf unseren Sitzen bleiben und uns mit den Airsickness Bags vorlieb nehmen mussten. Den Flugbegleiterinnen war das total egal. Die hassten uns, seit wir uns von ihnen die ersten Flugstunden laufend mit Gin Tonics versüßen ließen. Ich deute ihre Ignoranz unserer Übelkeit gegenüber als die Rache für den Versuch, den Flugpreis mit exzessivem Inanspruchnehmen inklusiver Getränke rentabler zu machen.

Eins möchte ich euch an dieser Stelle mit auf den Weg geben: Die Kotztüten werden nicht entfernt. Also lieber nur dann kotzen, wenn gerade keine Gurtpflicht herrscht.

*Szene nachgestellt

Dass auf dem Rückflug das Flugzeug kaputt war (“Malfunction” –  hat ein Idiot vergessen zu tanken oder ist ein Triebwerk zerstört?) und zur Reparatur zurück zum Parkplatz musste, machte die Erfahrung nicht unbedingt angenehmer.

In unserem Hotel in Kuta hatten wir dann einen Top-Mauerblick (Achtung: zwischen Fenster und Mauer huschten nachts kleine Balinesen entlang!), Haare in der Marmelade und ein suggestives Handtuch auf dem Bett.

Kuta - Mauerview

Sexy!

Ab Kuta ging es dann weiter gen Norden. Hierfür mieteten wir uns einen Jimny von Johnny Z. (kein Scherz, das stand so auf seiner Visitenkarte. Allerdings scheinen sie nur eine Druckdatei gehabt zu haben, denn alle Mitarbeiter dort gaben sich als Johnny Z. aus).

Unser Jimny

Voll gut: Das Bambi war zum 5. Mal da und kann mittlerweile Bali-Zeit fahren. So richtig mit Hupe (heißt: ich überhole dich!), Lichthupe (heißt NICHT: Du darfst, sondern: ICH KOMM JETZT, TÜDELÜÜÜ!) und allem, was sonst noch dazugehört. Tanken bei laufendem Motor ist auf Bali übrigens null problemo (und eröffnet ganz neue Möglichkeiten…!).

Wir haben uns, als im Norden das Radio starb, in Singaraja Kassetten gekauft. So wie damals Ende der 80er. Lange haben wir mit der Qual der Wahl gekämpft und uns schliesslich für “Circus” von Britney Spears und “Appetite for Destruction” entschieden. Ein guter Mix, fanden wir. Die vermeintlichen Originalkassetten, die wir daraufhin unverhandelbar und teuer für umgerechnet jeweils knapp 2,50 Euro einkauften und auf denen Universal Indonesia stand (gibt es das überhaupt?), machten uns schnell Freude: Die erste Kassette rauschte zunächst wie eine Leerkassette, und als dann der Sound losbrach, klang sie wie die 3000 Mal überspielt (wir hatten natürlich Nummer 3000). Am nächsten Tag (nach ein paar Stunden im warmen Auto) klangen Guns n Roses dann wie eine Doomband im Küchenmixer und Britney Spears wie Tom Waits nach dem Aufstehen.

Das corpus delicti

Was nehmen wir nun an Weisheiten mit? Aus dem Zusammenhang gerissen haben wir folgende Dinge gelernt:

1) Was wahr ist, ist wahr. Was bar ist, ist bar.

2) Don’t touch drugs! Hide drugs! (“Hide Drugs” stand dort groß auf einem Schild an der Straße – ein bisschen weiter im Landesinneren und viele Kilometer hinter dem ersten Schild dieser Art mit der Aufschrift “Don’t touch drugs”. Da sage nochmal einer, auf dem Land seien sie konservativer.)

3) Ich brauche ein Xylophon. Das ist zwar extrem nervig anzuhören, aber voll gut selbst zu spielen. Nachbarskinder, ich schließe mich eurer Gang der sonntäglichen Katerzermarterer an.

Und schliesslich brennt uns immernoch die heikle Frage auf der Seele, was es mit dem in manchen Spas angebotenen “Ratus/Vagina Steam” auf sich hat.

Viele Dinge müssen der Political Correctness halber unerwähnt bleiben, deswegen folgen hier ein paar Bilder anstelle von Text.

Candidasa - Blick von der Bungalowterrasse

Candidasa - Blick aus dem Bett

Candidasa - Unser Bungalow

Wir hatten in Candidasa den Bungalow direkt am Wasser. Die Aussicht war sensationell, aber: Das Meer macht voll den Krach. Ich wollte ja immer gern am Wasser wohnen, aber das Meer fällt aus. Da schläft es sich nicht gut.

Oh, Fluss fällt auch aus. Bei Ketut haben wir direkt am Fluss gewohnt, das war genauso laut. Also, Messieurs: Die Damen brauchen ein Haus am See.

Bei Ketut gehörte uns die ganze Etage. Ganz OK!

Alles unser! Bei Ketut.

Vor unserem Loft lag ein Abgrund, an dessen Ende ein kleiner Bach floss, der nachts klang wie ein rauschender Fluss.

Achtung, irgendwo da versteckt sich lautes Gewässer.

Als nächstes folgt ein Bild der Verzweiflung, ein pars pro toto unseres Bad Karma Days. Wir gaben unser letztes Geld für Fertigsaft und Schokoladeneis aus und wechselten im Hotel zum Verbrecherkurs aus purer Not und aus Prinzip nur 10 Euro, um diese in Bier und inklusives free Wi-Fi zu investieren.

Pathos

Wir haben auch eine Menge Schilder fotografiert. Das hat sich so ergeben.

Von Touristen? Für Touristen? Gegen Touristen?

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Public Transport

res ipsa loquitur

Lotte!

Ich habe todesmutig eine Palme erklommen. Ich bin so sportlich. Und dann gab’s keine Nüsse. Duh!

...

Und zu guter letzt noch eine unserer Residenzen, die Villa Alba in Tulamben. Stellvertretend der Pool, den Dudik gebaut hat. Gar nicht mal sooooo schlecht.

Blick aus dem Pool - mh, ganz OK.

Mahalo everyone!

Comments
5 Responses to “Bali: Erkenntnisse vom Ende der Welt”
  1. judojule says:

    ach toll. fremde länder sind oftmals so sinnfrei. aber schön.

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  2. Bambi says:

    Frau Lotte, sie haben vergessen die unglaubliche Servicebereitschaft besonders im Osten der Insel zu erwähnen. Dort wird man nämlich durchaus von 7 (!) hilfsbereiten Balinesen umsorgt, wenn man abends noch ne Cola am heimischen Kiosk kaufen mag. Ein Verbraucherparadies!

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  1. […] verschiedener Serien sehen. Vom Gamepaket mal ganz abgesehen, das war heute natürlich inexistent. Habe ich mal gesagt, Singapur Airlines war böseböse und wollte uns vergiften? Ich lasse mich lieber freundlich und bequem bei vollem Entertainment vergiften, als acht Stunden […]

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  2. […] Russland einzureisen braucht man ein Visum? Daran hatte ich ja mal gar nicht gedacht. Ich war doch bis Bali ganz ohne Visum gekommen und konnte die Bürokratie dort easy am Flughafen regeln! Es schien […]

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