Nur Askese (oder) Sex (im) All?

Nachdem wir festgestellt haben, dass wir zum Modeln zu dick, zum Singen und Schauspielern zu untalentiert, zum Moderieren zu sprachbehindert und für ordentliche Berufe zu blöd oder zu faul (oder beides) sind, wir uns aber trotzdem nicht einer Zukunft als Schafhirte (wir erinnern uns: draussen! Insekten! Natur! Pfui!) oder als Bananenreifer (Chemikalien! Nicht gut für die Pfirsichhaut!) hingeben wollen, muss schnell eine neue Berufung her.

Wir werden ja nicht jünger, und unser Integrationsbeauftragte hat uns im Visier. Und mal ehrlich, von 364 Euro im Monat kann man sich nicht so oft Designerheels kaufen (vor allem, wenn man bedenkt, dass davon nur 30,40 Euro zzgl. Teuerungsrate für Kleidung und Schuhe vorgesehen sind).

Zum Glück gibt es da draußen noch richtige Traumberufe:

DER ASTRONAUT.

Der Astronaut ist ein Held. So wie amerikanische Feuerwehrmänner. Nur cooler, weil der im Weltraum unterwegs ist, und das kann wahrlich nicht jeder von sich behaupten. Schon die kleine Hillary Clinton verehrte Raumfahrer und schrieb mit 14 einen Brief an die NASA, in dem sie fragte, was es bräuchte, um Astronaut zu werden. Die Antwort: Mann sein. Etwa zwei Jahre später konterten die Sowjets und schickten die erste Frau ins All. Nimm das, NASA!

Anyhoo. Der Astronaut ist ein einsamer Held. Wie Lucky Luke, nur dass seine unendlichen Weiten wirklich unendlich sind. Das wusste schon Einstein. Die Isolation im All ist dank erfolgreich getesteten Weltall-Internets nun auch nur noch halb so wild. Von der ISS wird übrigens seit 2010 u. a. schon fleissig getwittert. Eins der aktuelleren Updates von Astro_Ron zeigt uns den Sonnenuntergang über England am Vorabend der royalen Hochzeit. Da sage noch einer, so ein Mann mit technischem Beruf habe keinen Sinn für Romantik!

A propos Romantik, frage ich mich, wie halten es eigentlich die Astronauten mit der körperlichen Liebe? Gerade bei langen Aufenthalten muss das doch mal aufkommen. Eine kurze Befragung von Google bringt zahllose Ergebnisse, jedoch keine befriedigende Antwort. Na klar, in 50 Jahren Raumfahrt bin ich nicht die erste, die sich das fragt. Debatten um Standhaftigkeit des Mannes, Aneinandergurtungsmöglichkeiten der Paarungswilligen und Entwürfen von 2suits belegen dies. 1999 machte ein vermeintliches NASA-Dokument die Runde, das über Experimente zu Sex im All berichtete. Die NASA dementierte das in aller Deutlichkeit, und das Dokument wurde u. a. bei urbanlegends.com als Hoax ad acta gelegt. Also doch kein Sex im All. Es wird zwar gemunkelt, die Russen seien diesbezüglich etwas experimentierfreudiger, jedoch liegen auch hier von offizieller Seite klare Dementis vor. Mit der Entstehung längerer Weltraummissionen (Reise zum Mars z. B.) wurde das Thema zwar medial wieder aufgenommen, jedoch geben sich die Verantwortlichen weiterhin zugeknöpft. Ein Beitrag outet die NASA als Abkürzung für “Never A Straight Answer”. Bis wir also alle mal im All leben, weil die Erde futsch ist, wird das Thema wohl leider weiter Objekt von Spekulationen und das Raumschiff der einzige bekannte Phallus bleiben.

Das bedeutet jedoch nicht, dass andere Wirtschaftszweige die Idee nicht aufgegriffen hätten: Auch die Pornoindustrie hat den Weltraum für sich entdeckt. Nach zahlreichen Filmchen, die im All spielen sollen (The Uranus Experiment, Space Nuts, Star Whores, Sex Trek… Weiß ich voll Bescheid!), hat wohl mindestens eine Pornoproduktion – erfolglos – versucht, mit Virgin Galactic wirklich ins All zu fliegen, um dort realen schwerelosen Sex zu filmen. In die Schwerelosigkeit hat sich The Uranus Experiment übrigens schon 1999 mit einer Szene vorgewagt, die im sogenannten “Vomit Comet” der NASA spielt. Woher dieser Raum, der Schwerelosigkeit imitiert, wohl seinen Namen hat? Die NASA fand diesen Spitznamen natürlich weniger cool und versuchte, mit “Weightless Wonder” eine konservativere Alternative zu etablieren. Laaaaaaaaangweilig!

The Vomit Comet: Love is in the Air!

Love is in the Air

Alles in allem stellt wohl auch der Beruf des Astronauten keine Option dar, und nicht nur wegen der All-Askese. Man denke nochmal fix an das viele Training, die körperliche Belastung und die Tatsache, dass Online-Shops zwar nutzbar sind, aber bislang nicht ins All liefern. Nicht, dass Heels zum ordentlichen Astro-Chic gehören würden. Ich suche also weiter.

Für alle, die sich zum Thema weiterbilden möchten, empfehle ich folgende Episode von The Universe aus dem Hause History Channel, zu finden u. a. bei YouTube: The Universe, Sex in Space.

Eins noch: Die NASA stellt nahezu all ihre Bilder frei von Urheberrechten in die Public Domain. Danke!

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