Wahlkampf! Wahlkampf! Wahlkampf! (keine Politik)

Endlich wieder Wahlen. Ja ja, irgendwo wird immer gewählt und das ist auch immer spannend und toll, aber es ist sofort so viel spannender und toller, wenn man mitmachen darf! Wie bei DSF früher. Diesmal darf ich endlich wieder einmal mitmachen. Ich bin so aufgeregt!

Natürlich war ich direkt schwer entzückt, als die ersten Propaganda-Plakate gehisst wurden. (Vor-)Wahlkampf, Wahlkampf – egal, endlich wieder Politik in Hochglanz! Naja, eigentlich nur Hochglanz. Macht aber nix. Ist auch eine Art Abwechslung zu dem Mix aus makellosen, überbearbeiteten Modelmotiven und Stockfressen, die man sonst so sieht. Und es geht ausnahmsweise einmal nicht vorrangig um den Verkauf von Dingen. Bestenfalls um den der Seele. Auch das macht aber nix.

Sodann, Waaaaaaahlkampf! Ich bin so aufgeregt. Hab ich schon gesagt, ne? Natürlich habe ich mir schon meine Briefwahlunterlagen zukommen lassen. Mit dem Wählen ist es nämlich nicht so wie mit Weihnachten. Man kann sein Geschenk, den bunten Stimmzettel zum Ausklappen und munteren Ankreuzen, schon vorab kriegen. Den habe ich also flugs bestellt und erfreulicherwiese kam er genauso flugs zu mir – und zwar zwei Wochen vor der eigentlichen Wahlbenachrichtigung. Besonders schön daran: Ich bin der Oberstreber. Die Nummer 1. Der erste Wahlschein, der in meinem Bezirk aus dem Drucker schoss, ist MEINER. Zum ersten Mal möchte ich ein bisschen nicht wählen und das gute Stück behalten.

Das würde auch das nächste Problem – ‘schuldigung, ich meine natürlich: die besondere Situation – lösen, die mich in unendliche Verzückung einerseits und schwere Gewissenskonflikte andererseits versetzt. Denn in dieser wunderbaren Stadt lese ich den Stimmzettel nicht mit latentem Unbehagen und wäge ab, welche Partei oder welcher Direktkandidat die Gesellschaft am ehesten ein klein wenig weniger schlecht und das Leben von uns allen zusammen einen Tick angenehmer machen kann. Auf Bundesebene sind meine Optionen, Gewissen und Gesellschaftswohl zu einen, recht eingeschränkt. Aber in dieser Tip-Top-Stadt, verdammt, stehen da zu den Wahlen so viele spannende und partiell sogar wählenswerte Kandidaten und Parteien drauf, dass ich gleich mehreren meine Stimme geben möchte. MEHREREN! Das gab es noch nie! NIIIIE! Ich kekse aus! Hier, Politiker, ihr seid schnafte! Hipp hipp hurrrrrra!*

Auszug aus dem Zweitstimmen-Stimmzettel. Die vollständige Liste der kandidierenden Parteien hat Wikipedia.

Aber bevor ich meine drei Stimmzettel und den Wahlschein ausfülle und in die zwei dafür vorgesehenen Umschläge stecke und den einen Umschlag in den anderen packe und dann das Bündel zur Post trage, mache ich vielleicht noch einen Spaziergang durch den Kiez und schau mir diese Politiker einmal genauer an. Jawohl. Das ist doch jetzt die Saison, in der die da draussen herumschwirren, wie die Fliegen in, äh ja. Im Open-Air-Kino den Dustin Hoffmann treffen? Vielleicht unterwegs einen Luftballon schnorren, auf dem “Die Freiheit” steht? Mit den Mistern von BIG abhängen? Ich bin dabei! Und wenn nicht, gibt es ja noch die wunderbaren Wahlplakate. Eins davon mag ich am liebsten. Davon erzähle ich euch in Kürze.

*hurrrrrra nur für jene, die auch echt schnafte sind, ist klar, ne?

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