Bushido repräsentiert.

Unlängst machte die Meldung die Runde, Bushido wolle eine Partei gründen. Ob Bürgermeister von Berlin oder Bundeskanzler das Karriereziel sei, ließ er offen – er könne sich jedoch das eine wie das andere künftig vorstellen, sagte der Ghettopräsident gegenüber den Medien.

Das fand ich gut. Neulich übte Bushido dann konsequenterweise eine Woche lang Demokratenalltag im Bundestag. Und zwar als (Star-)Praktikant beim zuletzt in der aktuellen Gema-Debatte in Erscheinung getretenen Herrn von Stetten, Christian Freihherr von (natürlich!), CDU. Das sollte seiner Ankündigung ein bisschen Substanz verleihen. Ich freute mich in diesen Tagen über Sommerloch-Titelseiten und Fotos, die ihn interessiert schauend auf der Gästetribüne des Bundestags oder an seinem Praktikantenschreibtisch sitzend zeigten.

Aber jetzt mal ganz konkret, Bushido. Das reicht nicht.

Du brauchst mich.

Ich bin ein klassischer Vertreter meiner Generation: Wir sind politikinteressiert, aber ohne Bindung zu einer der großen Parteien, die strukturell und inhaltlich als zu starr und unflexibel empfunden werden (vgl. Deutsche Shell und DJI-Jugendsurveys). Und das ist nur einer von vielen Gründen, warum unsere Wahlbeteiligung im Popo ist. Ich kenne meinesgleichen. La cible, c’est moi, um es frei nach dem Sonnenkönig zu sagen. Der war übrigens Meister der Selbstinszenierung (meine Fortbildungsempfehlung hierzu wäre Burke, Peter: “Ludwig XIV: Die Inszenierung des Sonnenkönigs”). Lange Rede, kurzer Sinn: Weiß ich voll Bescheid. Ich schwör!

Deswegen solltest du als erstes den Punkt mit der Euroabschaffung aus deinem noch recht überschaubaren Programm nehmen. Schwere Wirtschaftsthemen mit ohne Plan und unabsehbaren Folgen kommen nicht gut. Stell dir mal folgendes Szenario vor: Du kündigst an, den Euro abzuschaffen. Also so ernsthaft, in den Politikbetrieb hinein. Das wirkt in der ein oder anderen Zielgruppe wahlweise höchst vorausschauend oder krass zurückgeblieben, ist jedoch strategisch auf jeden Fall problematisch. Das ist wie, wenn du den Fler disst. Das kommt ein wenig unreif und der disst auch noch zurück. In dem Fall sagen dann Politiker, Journalisten oder Meinungsmacher: “Yo, schaut mal, was das kostet, was der da will! Der Ghettojunge ohne Jurastudium und Wirtschaftskarriere hat doch keinen Plan vom Geld!” Und dann rechnen sie noch fix das drauf, was der Euro bis jetzt schon gekostet hat, denn das wäre dann ja alles umsonst gewesen. Und dann multiplizieren sie es mit den Kosten der Bankenkrise, einfach weil sie können. Und dichten dir Drogenkonsum an, wenn sie schon dabei sind. Dann denkt sich das Volk konkret: “Voll teuer! Meine Steuern! Gerade der! Dem ist wohl die Kohle zu Kopf gestiegen, und mal wieder bezahlt der kleine Mann dafür! Da geh ich doch nicht wählen! Pampampam!” Jetzt lachst du? Denkste. Man sagt zwar, dass die kleinen Parteien profitieren, wenn wahlberechtigte Bürger von den Urnen fernbleiben, aber machen wir uns nix vor: Im Moment ist das Ziel doch eher die Rückerstattung der Wahlkampfkosten. Über die 5%-Hürde reden wir später. “Projekt 18” steht übrigens nicht auf meinem Bundesbushido-Plan, das auch schon mal vorweggenommen. Wir sind schließlich nicht die Honks von FastDreiProzent. Wir sind schlauer! Bäm! Und wenn die Piraten es mit einem Thema ins Europäische Parlament geschafft haben, kommen wir auch ohne D-Mark-Argumente aus.

So, nun aber genug der Gratisberatung. Hiermit bewerbe ich mich als Kampagnen(an)führerin und Generaloffiziöse für den Kriegsschauplatz politische Kommunikation. Den passenden Master (von der Universität, dirty mind you!) bringe ich selbstverständlich mit. Ich hätte bei Bedarf auch einen gekauften Doktortitel im Lebenslauf (Stichwort “Doktor werden über Nacht”). Damit passe ich exzellent in die Politik, musst du wissen. Und Frauen wolltest du ja eh im Team haben. Sex sells war da glaube ich dein Argument für die Frauenquote (noch ein kostenloser Rat am Rande: Obacht vor AGG-Hoppern, wenn du solche Stellen ausrufst!). Ein Bikinifoto reiche ich gern nach, aber so viel vorab: Ich bin auf jeden Fall hotter als Frau Merkel. Und die ist immerhin (noch) Bundeskanzlerin. Aber soll doch einfach mein Bewerbungsbild für mich sprechen:

Und wenn alles nicht hilft: Ich habe Karl Rove studiert und kenne die fiesesten machiavellischen Mittel. (Als Lektüre für den Einstieg empfehle ich Machiavelli, Niccolò: Il Principe, das sich mit ein bisschen Abstraktionsvermögen und Fantasie auch heute noch als Top-Leitfaden erweisen kann). Alles weitere klären wir am besten im persönlichen Gespräch. Ich freue mich auf deine Einladung! In diesem Sinne: Vom Bordstein bis zur Skyline, von Ghettopräsidialamt bis zur Weltherrschaft!

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