Musik im Kopf

Ähnlich wie beim Konzentrationsloch habe ich lange gehadert, ob ich das Folgende mit euch teilen will. Es ist nicht nur intim, sondern irgendwie auch unangenehm. Zumindest für mich, die ich gern von mir behaupte, den besten Musikgeschmack aller Zeiten zu haben. Das ist wie beim Autofahren: Alle anderen fahren grundsätzlich fürchterlich schlecht und überhaupt, was denkt sich der Typ bei diesem Manöver! Geht’s noch? Oder wie beim Arbeiten, überall nur Dilettanten! Oder wie beim Egon:

Der fabelhafte Egon Forever von André Lux. Mehr hier.

Der fabelhafte Egon Forever von Andre Lux. Mehr hier.

Anyhoo. Wir verbrachten insgesamt knapp fünf Wochen in Thailand und Kambodscha. Direkt nach unserer Ankunft in Bangkok beschloss ich, in dieser Zeit keine Musik vom mp3-Player zu konsumieren, sondern die Reise auf mich wirken zu lassen und zu horchen, welche (Ex-)Ohrwürmer mein Gehirn für mich aussucht und mir in den Kopf schickt. Ich sehe euch eine Augenbraue hochziehen – zu Recht! Aber sowas von.

Die meisten von uns haben in ihren Leben ziemlich viel Musik gehört, ob aktiv ausgewählt oder nebenbei im Radio, im Supermarkt oder sonstwo aufgeschnappt. Trotzdem war ich irgendwie überrascht, welche Songs sich in den Tiefen meines Neocortex’ so tummeln – oder, noch schlimmer, einzelne Snippets aus Songs, die sich dann in Dauerschleife wiederholen, weil man den Rest der Komposition nicht erinnert.

Ich sag’s jetzt einfach. Die folgenden Songs hat mein Gehirn in unterschiedlichen Situationen als Reisesoundtrack aufgelegt. In meinem Kopf:

Ignite – Run
TLC – Waterfalls (der macht sogar Sinn, wissen wiederkehrende Leser)
Wizo – Raum der Zeit
Turbo ACs – Want it all
Grey Area – Reminder
Die Ärzte – Westerland (lange Flüge sind mir einfach nix)

Während ich das tippe, frage ich mich erneut, wo diese Stücke herkommen. ICH SCHWÖRE in den letzten Jahren kein einziges der oben Genannten gehört zu haben (außer den ACs und Ignite live vereinzelt). Warum ich, warum jetzt? Aber es geht noch weiter.

Green Day – Time of your life
Crüe – Girls, Girls, Girls (wegen der Mopedgeräusche, ne!)
Crüe – Dr. Feelgood
Nirvana – On a plain
Offspring – Dance (!)
Pharell Williams – Happy
Rancids Cover von Bad Moon Rising (Nachtfahrt mit ohne Schlaf im Liegebus. Die Story dazu folgt noch.)
Cash – Man in black
Bill Conti – Gonna fly now
Tim Minchin – Not perfect
Rammstein – Reise, Reise und Seemann
Slime – Schweineherbst
Muff Potter – Wenn dann das hier
The Proclaimers – Walk 500 Miles (Wie viel wir IMMER! SO! VIEL! gelaufen sind!)
Wer hat die Kokosnuss geklaut (Stehen ja überall Kokospalmen rum. Purer Schmerz, ich sag es euch.)
Eminem – Lose yourself
Twisted Sister – We’re not gonna take it
Iron Maiden – Run to the hills (In den Bergen waren wir nämlich auch.)
Mr. T Experience – Ba ba ba ba ba
Pink – Dear Mr. President
Shellac – Prayer to God
Queen – Bohemian rhapsody

So. Jetzt ist es raus. Das ist auch nicht alles schlecht, und hey, wahrscheinlich hat man halt eher Ohrwürmer von catchy Hooklines und fröhlichen Singalongs als von Thrash-Geballer, aber…. Aber halt. Ihr versteht, dass ich irgendwann aufgehört habe, Notizen zu machen.

PS: Alle schlechten Einflüsse kommen aus dem öffentlichen Raum und/oder aus argloser Jugend, ist doch klar.

PPS: Ich bin immernoch versucht, ein paar Songs für ein besseres Punkerimage dazwischenzustreuen.

**Das Featured Image zeigt das Weibchen des Gemeinen Ohrwurms, freundlicherweise gemeinfrei dem Internetz geschenkt von Pudding4brains

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