Bagan: Buddhas Story für Anfänger

Ich befinde mich weiterhin in Bagan auf Tempeltour. Hier eine grobe Zusammenfassung der Top 5-Aktivitäten für Bagan-Reisende:

1. Barfuß viele sehr alte, unregelmäßige, wacklige und vor allem zu steile Treppen hinaufsteigen (und sie mühsam im Auge des Todes/des gebrochenen Handgelenks wieder herunterkraxeln).
2. In zahllosen Tempeln im Kreis um die jeweils vier Buddhastatuen laufen, die aus dem Tempelzentrum in je eine Himmesrichtung blicken.
3. In besonders finsteren Tempelecken (barfuß) in Fledermauskacke treten.
4. Beim E-Bike-Fahren über die Sandwege zwischen den Tempeln Tonnen von Staub fressen.
5. Sich von Verkäufern und herumhängenden Locals Geschichten erzählen lassen.

Letzteres ist ja mein Favorit, deswegen kommt hier die Geschichte von Pow Ti. Pow Ti spricht mich vor der Myazedi Pagode an: “Hi! I am Pow Ti! Where are you from?” Er hat ein freundliches, rundes Pfannkuchengesicht und lacht von Ohr zu Ohr. Das finde ich nett, also bleibe ich stehen und stelle mich vor. Pow Ti übernimmt: “Come with me, I show you temple. Very important, you visit Myazedi later, ok?” Ich habe zu Beginn meines Urlaubs beschlossen, alles mitzumachen, was Locals mir anbieten (innerhalb eines niedrig gesteckten moralischen Rahmens natürlich) – also los. Pow Ti führt mich von der Pagode mit dem Golddach weg, hin zu einem dahinterliegenden, kleinen, steinernen Tempel, den ich auf jeden Fall übersehen hätte. “Gubyuakgyi was built in 1113 and is one of the oldest temples of Bagan.” Er zeigt 1-1-1-3 mit seinen Fingern, um sicherzugehen, dass ich es kapiere. “Inside are old frescoes of Buddha’s story. Very important for Buddhists! Go inside!” Er schiebt mich ins dunkle Tempelinnere hinein, bleibt aber selbst draußen stehen. Eilig mache ich noch ein Foto, um später zu wissen, wo ich war.

G von außen

Gubyuakgyi von außen.

Auch Gubyuakgyi ist bewacht.

Gubyuakgyi ist bewacht.

Drinnen ist es stockfinster: Die einstigen Fenster sind komplett zugemauert, damit die Fresken nicht verblassen. Angeblich sind hier sämtliche bisherige Leben Buddhas abgebildet. Leider sieht man im Dunkeln wenig von den Fresken und meine Taschenlampe ist ein Witz. Ich hänge mich schnell an ein Touristenpaar mit Führer (und dessen Deckenfluter, bestimmt super für die Fresken) und lausche. Dabei lerne ich, das Buddhas Mutter sieben Tage nach seiner Geburt starb und Engel wurde. Buddha hat sie dann im Himmel besucht, getröstet (so macht man das mit diesem angeblich so weinerlichen Geschlecht schließlich!) und ist danach zurück auf die Erde. Neben dieser Notiz steht in meinem Notizbuch der Vermerk: besser mal googlen. Abgefahrenerweise kann ich nach flüchtigem Internetz-Buddhismusstudium zumindest den ersten Teil dieser Aussage bestätigen, also das Engelwerden der Buddhamudda. Ob Buddha sie allerdings besucht hat oder nicht, bleibt unklar. Das Fresko, das ihn beim Abstieg aus dem Himmel zeigt, will diese These jedoch untermauern (höhö, Fresko untermauern, got it?). Anyhoo.

Zurück im grellen Sonnenlicht wartet Pow Ti bereits und wir quatschen fröhlich weiter. Er freut sich, dass ich aus Berlin bin. Berlin kennt er aus Erzählungen, und er kann “Guten Tag” sagen, was er mir mehrfach stolz vorträgt. Er führt mich um den Tempel herum zu einem Steinpavillion, in dem man hinter Gittern einen großen, dunken Stein sehen kann.

Bagan's Rosetta Stone.

Bagans Rosetta Stone.

“This is Rajakumara Stone Pillar, Bagan founding stone. It has inscriptions in four old languages, one on each side. Burmese Rosetta Stone, because it helped understand Pyu language, you know?” Ich weiss nix, nicke aber eifrig und mache eine mentale Notiz, die fehlenden Zusammenhänge später zu googeln. “The inscription stone broke in big earthquake in 1979, see?” Er zeigt auf einen Riss und fährt fort: “It was a strong earthquake, 7.8 Richter Scale.” Ich bin beeindruckt. Er grinst: “My father told me this, because I was not yet born then. I was born one year after earthquake, I am lucky!” Während wir zum Ausgangspunkt zurücklaufen, frage ich mich unweigerlich, was er mir wohl verkaufen will. Als er sich höflich verabschiedet, verstehe ich, dass er einfach nur nett ist. Ich schäme mich.

Ein paar Tempelbesichtigungen später kann ich nicht mehr sicher sagen kann, ob ich den Tempel, vor dem ich jeweils stehe, schon gesehen habe. Es ist Zeit zu gehen. Ich beschließe, mich für den Rest des Tages in einen Luxushotel-Pool einzukaufen. Kühl und nass, das Kontrastprogram zu heiß und staubig. Läuft bei mir.

Natürlich habe ich keine Fotos von meinem Kumpel Pow Ti oder aus der Finsternis des Gubyuakgyi. Alles andere habe ich aber fotografiert. Bitte schön:

Kids chillen am Tempel

Kids chillen am Tempel

Ein älterer Herr verkauft Gebets-Armbändchen. Er hat eins für jeden Wochentag, damit man das Bändchen entsprechend des Tages, an dem man geboren wurde, kauft - für maximales good luck!

Ein älterer Herr verkauft Gebets-Armbändchen. Er hat eins für jeden Wochentag, damit man das Bändchen entsprechend des Tages, an dem man geboren wurde, kauft – für maximales good luck!

Vor den größeren Tempeln herrscht ein Flair von Khao San Road.

Vor den größeren Tempeln herrscht ein Flair von Khao San Road.

Ich reise allein, ich darf Selfies machen.

Ich reise allein, ich darf Selfies machen.

Im Tempel. Die Statuen sind oft wesentlich jünger als die Tempel - pures Kontrastprogramm, klassisch asiatisch.

Im Tempel.

Aussicht.

Aussicht.

Im Tempel. Die Statuen sind oft wesentlich jünger als die Tempel - pures Kontrastprogramm, klassisch asiatisch.

Im Tempel. Die Statuen sind oft wesentlich jünger als die Tempel – pures Kontrastprogramm, klassisch asiatisch.

Mehr Tempel

Mehr Tempel

Große Tempel, kleine Tempel.

Große Tempel, kleine Tempel.

Beten.

Beten.

Fresken

Fresken

Aussicht vom Tempel auf den Tempel.

Aussicht vom Tempel auf den Tempel.

Sieht harmloser aus, als es ist. Zig winzige Stufen, auf die der Fuß nur halb drauf passt (bei Schuhgröße 38 wohlgemerkt), unregelmäßig hoch und vor allem furchtbar steil. Und natürlich immer barfuß.

Sieht harmloser aus, als es ist. Zig winzige Stufen, auf die der Fuß nur halb drauf passt (bei Schuhgröße 38 wohlgemerkt), unregelmäßig hoch und vor allem furchtbar steil. Und natürlich klettert man immer barfuß.

DSCN3232

Dafür gibt es Aussicht als Belohnung für lebensgefährliches Klettern.

Mehr Tempel

Mehr Tempel

Mehr Aussicht

Mehr Aussicht

Mehr Tempel

Mehr Tempel

Die Gargoyles der Tempel.

Die Gargoyles der Tempel.

Mehr Fresken. Man achte auf die Ohren!

Mehr Fresken. Man achte auf die Ohren!

Der einzige Elefant, den ich auf diesem Trip gesehen habe.

Der einzige Elefant, den ich auf diesem Trip gesehen habe.

Mehr Fresken, hier: chillend.

Mehr Fresken, hier: chillend.

Beten. Hier klebt ein Mann der Statue eine Art Post-It an: for good luck.

Beten. Hier klebt ein Mann der Statue eine Art Post-It an: for good luck.

Mehr Tempel.

Mehr Tempel.

Comments
One Response to “Bagan: Buddhas Story für Anfänger”
  1. joeythebuddhist says:

    Love the picture!

    Like

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

  • Enter your email address to subscribe to this blog and receive notifications of new posts by email.

%d bloggers like this: